Frei Wandern

    • Aufstehen, anziehen und losgehen. Das war das Motto des achtzehnjährigen Thomas. Ab an die frische Luft und wandern gehen, das war seine Leidenschaft. Seit dreieinhalb Jahren macht Thomas dies jeden zweiten Tag. Wohin er wandert oder wo er startet, dass ist ihm egal.Wieso? Tja diese Frage stellte Thomas sein Philosophie-Lehrer ihm vor mehreren Jahren in der Schule. Was bedeutet Freiheit für euch? Thomas, der damals schon gerne gewandert ist, antwortete, dass Freiheit für ihn wandern ist, da man selten in den Bergen Menschen trifft, eine fast unberührte Natur sieht und man viele Tiere sehen kann. Der Lehrer war damals beeindruckt von so einer Antwort.
    • Doch heute stellte Thomas sich erneut die Frage in seinem Kopf. Was bedeutet es wirklich frei zu sein? Und wieso fühle ich mich alleine so frei? Das sind alles Fragen auf die Thomas eine Antwort finden wollte. Und wo kann man am besten nachdenken? Natürlich beim Wandern. Alleine, ohne Musik, ohne Ablenkungen.
    • Thomas überlegt besonders viel auf seiner heutigen Wandertour. Vieles schwirrt ihm im Kopf herum, bis er einen lauten Schrei hörte. Es klang nicht menschlich. Thomas ging von dem Wanderweg der durch den Wald führte ab und durch das Gebüsch. Er kam auf eine Lichtung auf derer einen gewaltigen Elch sah. Der Elch hatte ein großes Geweih, welches seltsam glitzerte. Thomas ging näher auf den Elch zu und erkannte, dass was auf dem Geweih seltsam glitzerte, Blut war. In dem Moment sah er auch wessen Blut das war. Ein anderer Elch lag blutüberströmt auf der Wiese. Als der erste Elch Thomas auf ihn zukommen sah, rannte der in den Wald. Thomas näherte sich dem blutüberströmten Elch, welcher sich nicht einmal bewegt hat. Thomas schaute ob sich der Brustkorb des Elches noch hebt und senkt, aber nichts bewegte sich. Der Elch war tot.
    • Dies erschütterte Thomas zutiefst, da er noch nie ein Lebewesen hatte sterben sehen. Er schaute auf seine Uhr und erschreckte. Er musste sich beeilen, wenn er nicht in der Dunkelheit zurück laufen will. Diese Erkenntnis brachte ihm eine Antwort auf einer seiner vielen Fragen. "Ich habe nicht die Möglichkeit die ganze Nacht zurückzulaufen zu meinem Auto, welches auf einem Parkplatz steht, da man auf dem Parkplatz nur bis 22:00 Uhr parken darf. Dadurch wird meine Freiheit eingeschränkt!"
    • Thomas dachte über weitere Einschränkungen seiner Freiheit nach. "Früher musste ich in die Schule. Der Staat schränkt also auch meine Freiheit ein, weil ich MUSS in die Schule gehen. Auch wird meine Freiheit durch Gesetze eingeschränkt. Doch wie kann man völlig frei sein?" Indem man ganz alleine auf der Welt ist, ging es Thomas durch den Kopf. Ja, wenn man ganz alleine auf der Welt wäre, könnte man tun und lassen was man möchte. Niemand verbietet dir etwas und es gibt keine Gesetze die deine Freiheit einschränken.


Johann, 15 Jahre